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Medizinstudium

Schritt 3: Aufbau des Studiums - vorklinischer Teil, klinischer Teil, PJ

Das Medizinstudium ist durch die sogenannte Approbationsordnung für Ärzte (ÄAppO) einheitlich geregelt, so dass Du hier Informationen erhältst, die gleichsam für alle Studienorte in Deutschland gelten. 
Die Regelstudienzeit beträgt 12 Semester (6 Jahre) und 3 Monate. Eine lange Zeit, die nach den 6,5 Jahren aber noch nicht zu Ende ist, möchtest Du dich fachlich spezialisieren. Das Studium teilt sich in einen vorklinischen Teil und einen klinischen Teil.

 

Vorklinischer Studienabschnitt
Zunächst wirst Du während deines Studiums mit einem vorklinischen Teil starten. Hier kommen die auch im besonderen Maße Deine schulischen und außerschulischen Kenntnisse in Latein, Chemie, Biologie, Physik und in medizinischen Bereichen zu Gute, denn es werden natur- und sozialwissenschaftliche Grundlagen der Medizin vermittelt. Schwerpunkte sind:

  • Anatomie
  • Medizinische Termiologie
  • Biochemie
  • Biologie, Chemie und Physik für Mediziner
  • Psychologie
  • Soziologie
  • Einführung in die klinische Medizin
  • Physiologie
  • Molekularbiologie

Ziel ist es, dass Du nach 4 Semestern den Aufbau des menschlichen Körpers kennst und weißt, wie er im Normalzustand funktioniert. Außerdem fallen in diesen Studienabschnitt die Erste-Hilfe-Ausbildung und das Krankenpflegepraktikum. Gut, wenn man beides schon vor Studienbeginn absolviert hat. Vergiss nicht Dir beides richtig bescheinigen zu lassen.

Vorgaben dafür stellt mit Sicherheit deine Universität zur Verfügung. Anderenfalls schau doch einfach auf der Homepage der Bundesärztekammer nach passenden Unterlagen.
Zum Abschluss der Vorklinik muss eine Prüfung bestanden werden: das sogenannte 1. Staatsexamen oder auch „Physikum“. Das Physikum ist nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Der schriftliche Teil der Prüfung erstreckt sich über 2 Tage und dauert jeweils 4 Stunden. Prüfungsthemen sind:

  • Anatomie und Biologie: 100 Fragen
  • Physiologie und Physik: 80 Fragen
  • Chemie und Biochemie: 80 Fragen
  • Psychologie und Soziologie: 60 Fragen

Im mündlichen Teil stellen Dir Deine Dozenten Fragen zu den Gebieten Anatomie, Physiologie und Biochemie.

 

Klinischer Studienabschnitt
Mit einem nun gleichen Grundwissen aller Studentinnen und Studenten (schulisches Vorwissen spielen ab hier nur noch eine untergeordnete Rolle) geht es in den zweiten Abschnitt des Medizinstudiums. Hier wirst Du innerhalb von 4 Jahren Wissen über Krankheiten und Heilmethoden erwerben. Unter anderem wirst Du Dich folgenden Bereichen widmen:

  • Allgemeinmedizin,
  • Anästhesiologie,
  • Arbeitsmedizin, Sozialmedizin,
  • Augenheilkunde,
  • Chirurgie,
  • Dermatologie, Venerologie,
  • Frauenheilkunde, Geburtshilfe,
  • Hals-Nasen-Ohrenheilkunde,
  • Humangenetik,
  • Hygiene, Mikrobiologie, Virologie,
  • Innere Medizin,
  • Kinderheilkunde,
  • Klinische Chemie, Laboratoriumsdiagnostik,
  • Neurologie,
  • Orthopädie,
  • Pathologie,
  • Pharmakologie, Toxikologie,
  • Psychiatrie und Psychotherapie,
  • Psychosomatische Medizin und Psychotherapie,
  • Rechtsmedizin,
  • Urologie,
  • Wahlfach

In den folgenden Querschnittsbereichen sind ebenfalls Leistungsnachweise zu erbringen:

  • Epidemiologie, medizinische Biometrie und medizinische Informatik,
  • Geschichte, Theorie, Ethik der Medizin,
  • Gesundheitsökonomie, Gesundheitssystem, Öffentliches Gesundheitswesen,
  • Infektiologie, Immunologie,
  • Klinisch-pathologische Konferenz,
  • Klinische Umweltmedizin,
  • Medizin des Alterns und des alten Menschen,
  • Notfallmedizin,
  • Klinische Pharmakologie/Pharmakotherapie,
  • Prävention, Gesundheitsförderung,
  • Bildgebende Verfahren, Strahlenbehandlung, Strahlenschutz,
  • Rehabilitation, Physikalische Medizin, Naturheilverfahren,
  • Palliativmedizin,
  • Schmerzmedizin.

Neben diesem umfangreichen Fundus an Wissen beinhaltet der zweite Studienabschnitt noch die Famulatur. Die Famulatur ist ein im Medizinstudium vorgeschriebenes Praktikum in der vorlesungsfreien Zeit, das 4 Monate (120 Tage inkl. Wochenenden, Feiertagen) umfasst. Seit 2013 sieht die Famulatur vor, dass

  • 1 Monat im ambulanten Bereich,
  • 2 Monate im Krankenhaus und
  • 1 Monat in der hausärztlichen Versorgung (Allgemeinärzte, Kinderärzte, Internisten ohne Schwerpunkt).

abgeleistet wird. Du solltest auf die neue Famulaturregelung achten. Die alte Regelung sieht einen ambulanten Monat noch nicht vor und wird im Internet oft noch falsch als 1 Monat wahlweise Krankenhaus oder Praxis/Ambulanz dargestellt. Auch hier gilt wieder – achte auf die richtige Bescheinigung. Das gilt gerade dann, wenn du die Famulatur im Ausland absolvierst.

Wer denkt, dass mit der Famulatur das Medizinstudium abgeschlossen ist, der irrt sich. Es folgt das Praktische Jahr (PJ). Während des praktischen Jahres übernimmst Du ärztliche Tätigkeiten. Dr. med. Carsten Nix ist PJ Beauftragter am Heidekreis-Klinikum und freut sich auf deine Kontaktaufnahme. 

Das Praktische Jahr besteht aus 3x 16 Wochen

  • in der Inneren Medizin,
  • in der Chirurgie und
  • in der Allgemeinmedizin oder einem anderen klinisch-praktischen Fachgebiet.

Es folgt das zweite Staatsexamen, mit dem Du Dein Studium abschließt.

Bist Du schon/ noch im Studium und könntest Unterstützung gebrauchen. Dann auf von der Theorie in die Praxis! Vielleicht kann Dir das Unterstützungsangebot aus dem Heidekreis weiterhelfen. Spätestens im klinischen Studienabschnitt macht zudem Sinn über die Facharztweiterbildung nachzudenken. Wieso nicht bereits während des Unterstützungs-Angebotes Kontakte zu Ärzten und Ärztinnen knüpfen, die im Heidekreis eine Facharztweiterbildung für Dich anbieten. Ein kurzer Blick auf die Facharztweiterbildung hilft Dir bestimmt.


Ausübung des ärztlichen Berufs

Bei bestandener Prüfung kannst du nun guten Gewissens sagen „Ich bin Arzt oder Ärztin“. Die Zusage einer Approbation, d.h. die Erlaubnis zur Ausübung des ärztlichen Berufes obliegt in Niedersachsen der Ärztekammer.

Nun kannst Du Dich zwar Arzt bzw. Ärztin nennen, aber noch bist du kein Doktor. Um den akademischen Titel „Dr. med.“ zu erreichen, musst Du promovieren. Das Erstellen einer Doktorarbeit wird von den Studierenden oft in Urlaubssemestern absolviert. Ein Doktortitel ist zur Berufsausübung und zur Weiterbildung zum Facharzt oder zur Fachärztin nicht erforderlich!

Wenn Du mehr als einen grundsätzlichen Überblick über den Ablauf im Studium brauchst, wende Dich an die zuständige Landesärztekammer.